31. Oktober 2015 Vorstandsklausur

Dass der Sitzungstag des Vorstandes auf den Reformationstag fiel, war nicht wirklich beabsichtigt. Doch im Nachhinein war es ein gutes äußeres Zeichen, am Gedenktag der Erneuerung (Reformation) der Kirche über die Zukunft der Lindenkirche nachzudenken. Die Zeit war sehr intensiv und dennoch hätten wir länger beraten können als bis 17.00 Uhr. Wir können hier noch kein klares Ergebnis formulieren, doch einen Zwischenbericht wollen wir geben.
Der Vormittag war mit dem Rückblick gefüllt: was war in den letzten 5 Jahren inhaltlich, statistisch, finanziell. Auf viele Tabellen haben wir geschaut. Dass die Zahlen uns nicht sehr erfreuten, wussten wir vorher. Immerhin haben wir inhaltlich festgestellt, wie „Fruchtbare Gemeinden“, Glaubensfundament und Werteerarbeitung uns nicht nur beschäftigt haben, sondern Ermutigung daraus erwachsen ist - bis hin zum Prozess des Hörens auf Gott. Nicht immer ist es uns gelungen, den Roten Faden zu behalten, stellten wir kritisch fest.
Am Nachmittag zogen wir aus dem Blick zurück die Perspektive für die kommenden 5 Jahre. Zum einen: was ist menschlich zu erwarten: inhaltlich, statistisch, finanziell. Zum anderen formulierten wir, was wir uns in 5 Jahren wünschen würden. Dass beides, Befürchtungen und Wünsche auseinander klafften, verwunderte uns ebenfalls nicht. Doch mal alles auf einen Blick zu sehen und wahrzunehmen, hilft sehr. Wir wollen vor den Realitäten nicht die Augen verschließen. Nun ziehen wir die Schlussfolgerungen. Es fällt uns aus zweierlei Gründen nicht zu schwer. Zum einen erinnert uns der Reformationstag daran, dass wir mit unserer Gemeinde in einer langen Tradition stehen. Es ist ein Glaubenswerk. Kaum jemand, der die Anfänge mitgeprägt hat, ist noch dabei. Uns wird bewusst, dass diese Gemeinde von anderen gegründet wurde. Insofern stehen wir in dem lebendigen Körper Jesu Christi, der der Grundstein der Gemeinde ist und bleiben wird. Darum kann Gemeinde nicht aufhören, sie wird immer weitergehen. Ändern kann sich nur das Wie, ihre Gestalt. Zum anderen machen die Glaubensfundamente, die wir in einem Prozess vor 3 Jahren formuliert haben Mut. Wir haben als Gemeinde tiefe Glaubenserfahrungen miteinander geteilt. So müssen wir vor der Zukunft keine Angst haben.
Wir werden unsere Schlussfolgerungen ziehen und dann mit der ganzen Gemeinde ins Gespräch darüber kommen. Möge die Geschichte aus der Apostelgeschichte 8, die uns am Anfang vor Augen stand, zum hoffnungsvollen Ausblick werden. Der berühmte äthiopische Kämmerer lässt sich darin von Philippus taufen. Doch angefangen hat die Geschichte damit, dass der Geist Gottes den Philippus in eine einsame Gegend, in die Wüste schickt. Erst dadurch trifft er den Kämmerer und das Happy End nimmt seinen Lauf. Wir müssen dementsprechend keine Angst vor Wüstenzeiten haben.
Andreas Fahnert