Es ist das Wort ganz nahe bei dir,
in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.
(5. Mose 30,14)


Liebe Geschwister,

mit dem Worten der Heiligen Schrift haben wir einen ganz besonderen Schatz in die Hände bekommen. Für mich ist es erstaunlich, wie an-greifbar sich Gott da für uns macht: wie wir sein Wort lesen, übersetzen, es uns nahe gehen lassen, es uns zu Herzen nehmen, miteinander darüber sprechen und etwas für unser Tun ableiten – das hat Gott uns Menschen in die Hand gegeben. Und Er hat uns versprochen, dass sein Wort uns nahe ist. Weil Er selbst uns nahe ist und uns nicht alleine lässt in all unseren Überlegungen und Auseinandersetzungen mit seinem Wort.
Wenn wir Gott in seinem Wort uns nahe kommen lassen, dann sind dazu nicht viele Wörter nötig. Vielleicht ist es ein einzelner Bibelvers, vielleicht auch nur ein einzelnes Wort, das uns heute berührt. Es kommt darauf an, dass wir diese Berührungen zulassen und uns darin üben.
Dann gehen wir in den Tag – erinnert an Gottes Nähe.

Mit herzlichen Grüßen, Anja Müller





Einmal am Tag
da solltest du
ein Wort in deine Hände nehmen
ein Wort der Schrift.

Sei vorsichtig,
es ist so schnell erdrückt
und umgeformt,
damit es passt.

Versuch nicht hastig,
es zu „melken“,
zu erpressen,
damit es Frömmigkeit absondert.

Sei einfach einmal still.
Das Schweigen, Hören, Staunen
ist bereits Gebet
und Anfang aller Wissenschaft und Liebe.

Betast das Wort von allen Seiten,
dann halt es in die Sonne
und leg es an dein Ohr
wie eine Muschel.

Steck es für einen Tag
wie einen Schlüssel in die Tasche,
wie einen Schlüssel zu dir selbst.

Fang heute an!
Vielleicht damit:
‘Es geschehe dein Wille,
wie im Himmel,
so auch auf der Erde!’
(Paul Roth)