Monatsspruch April 2017: Lk 24, 5-6 (L)


Liebe Leserinnen und Leser,

alles schien vorbei: Die großen Pläne von einer neuen Welt, in der alles anders wird, gerecht und friedlich – durchkreuzt. Die Hoffnung zu Grabe getragen.
Er, Jesus, mit dem doch das Reich Gottes schon angefangen hatte – sein Leichnam war bestattet worden.
Wenigstens einmal noch Abschied nehmen am Grab und dem Verstorbenen noch etwas Gutes tun: dazu waren sie aufgebrochen, die Frauen, die mit Jesus unterwegs waren. Sie waren ihm bis in die Nähe des Kreuzes gefolgt und blieben auch dabei, als der Tote begraben wurde.
Jetzt, nach drei Tagen, sind sie wieder zum Grab gekommen.
Was sie hier hören, können nur Engel aussprechen, die von Gott selbst geschickt wurden:

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? …“

Der Lebende bei den Toten: Tod und Leben, das ist wahrscheinlich der größte Gegensatz, den wir Menschen kennen. Ein Graben, den kein Geschöpf Gottes von sich aus überwinden kann.

„Er ist nicht hier ...“

Das haben die Frauen an der Grabstätte auch schon bemerkt: da liegt kein Toter. Der, um den sie trauern wollten, liegt nicht im Grab. Keine sterblichen Überreste waren zu finden, um die sie sich versammeln hätten können und klagen und ihre Erinnerung daran festmachen. Der Tote, den sie suchen, er ist nicht hier.

„Er ist auferstanden!“

Jesus konnte nicht vom Totenreich festgehalten werden. Jesus, der selbst die Auferstehung ist und das Leben (Joh 11,25) – Er ist auferstanden und lebt. Und Er hat uns eines zugesagt: „Ich lebe – und auch ihr sollt leben“ (vgl. Joh 14,19).

Wenn wir ihm vertrauen und in dieser ganz besonderen Verbundenheit mit Gott durch unser Leben gehen - oder auch stolpern - dann bleibt Er bei uns. Dann geht es weiter, was mit Jesus begonnen hat – weil Er mit uns weiter geht.

Und manchmal brauchen wir besondere Boten, die uns davon er-zählen. Ob Engel oder Menschen – gut, dass uns immer wieder jemand sagt: „Er ist auferstanden!“ In der alten Kirche schon wurde das zum Ostergruß: „Christus ist auferstanden“ – „Ja, Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Wenn wir in diesen Gruß einstimmen, dann erinnern wir einander auch daran, dass wir selbst leben dürfen.
Jesus ist auferstanden und lebt.
Jesus lebt – und Du sollst leben.

Ihre
Pastorin Anja Müller